Montag, 25. Januar 2010

Schnee

Ich sitze gerade auf meinem Drehstuhl auf der Arbeit, die neuen PCs die wir nach langen Versprechungen erhalten haben sind nach einer Woche immer noch nicht angeschlossen.
Ich sitze also an meinem Platz am Fenster und schaue raus, schließlich ist gerade Frühstückspause, draußen schneit es schon den ganzen Tag.
Die Flocken sind nicht groß, doch sie sind reichlich, weshalb die Straßen und Fußgängerwege schon seit heute Morgen dicht bedeckt sind.
Die Schuhe der Leute und die Reifen der Autos haben den Schnee von ihrem schönen weiß in ein unappetitliches grau verfärbt.

Ich schaue nach oben in den Himmel, mich fragend wie es möglich ist das der gesamte Himmel von mir zu Hause bis hier her ohne eine Lücke mit Wolken bedeckt ist, schließlich sind das ganze 35 km.
Ich beschließe für den Rest der Pause raus zu gehen, ich schnappe mir meinen Mantel, meine Mütze, meine Handschuhe, alles in schwarz gehalten, ich mag schwarz, und gehe auf die Straße in Richtung Hauptbahnhof.
Ich sehe wie sich frierende Menschen in die nächsten Dönerbuden begeben, um sich am glühenden Grill aufzuwärmen, oder wie sekündlich dutzende Menschen den Bahnhof betreten und hinaus kommen, manchmal scheinen es sogar ein und die selbe Person zu sein.

Der Schnee unter meinen Stiefeln, ebenfalls in schwarz, allerdings schlecht geputzt, fühlt sich matschig an, er hat nichts mehr von seiner leichten Konsistenz, die er noch hat wenn er grade frisch gefallen ist.
Kurz vor dem Bahnhof sitzen zwei ältere Herren, sie haben sich einen Unterschlupf gesucht und spielen auf einem Klapptisch Schach, es ist unterhaltsam ihnen bei der Argumentation zuzusehen, leider bin ich zu weit weg um zu hören was sie sagen, außerdem verstehe ich nichts von Schach.

Es ist laut vor dem Bahnhof, die Leute reden alle durcheinander, ein einsamer Didgeridoo-spieler Macht interessante Laute um sich auf das Spielen einzustimmen, die Autos hupen, die Straßenbahnen klingeln die letzten im Weg stehenden davon.

Auf der anderen Seite vor dem Bäcker sehe ich eine Gruppe von Kindern, hatten Schüler schon immer so früh aus oder kommt es mir nur so vor da es bei mir so lang her ist?
Sie haben Schneebälle gemacht und bewerfen sich gegenseitig damit, leider sind die meisten nicht die besten im zielen und so treffen die Schneekugeln auch schon mal einen Passanten, es ist witzig den Kindern beim Wegrennen zuzusehen, es erinnert mich an meine noch nicht allzu ferne Kindheit.

Ich schaue auf die Uhr, es wird Zeit das ich wieder an die Arbeit gehe.
Ich steh schon vor der Tür zum Bürogebäude, als meine Kollegen mich aufhalten, um mit mir noch einen Kaffee zu trinken, ich bin kein großer Kaffefreund, aber ich tue ihnen den gefallen.

Wir stehen allesamt vor der Tür, manche mit dem Kaffeebescher in der Hand, manche mit der Zigarette, manche mit beidem, manche nur so.

Wir schauen gemeinsam den vorbeigehenden Menschen hinterher, den im Schneematsch spielenden Kindern, den älteren Herren die scheinbar immer noch argumentieren, den hetzenden Leuten die wohl ihren Zug bekommen müssen.

Wir gehen wieder rein, mit erholten Gesichtern, der Unlust in den vierten Stock zu laufen und frohen Gedanken, was für ein Glück wir doch haben.

Kommentare:

Flug USA hat gesagt…

Schnee passt nicht in unseren Alltag. Er bringt nur Stress, Arbeit und Ärger. Wenn man kein Kind ist oder nicht gerade Skiurlaub macht, dann ist Schnee mehr als überflüssig...
Es fängt schon damit an, dass man morgens vor der eigenen Haustür Schnee schaufeln muss. Während man sich abmüht, fällt einem plötzlich auf, wie viele Gehwege überhaupt nicht geräumt sind, weil die meisten Leute zu faul dafür sind.
Dann muss das Auto vom Schnee und Eis befreit werden. Man ist also bereits eine halbe Stunde damit beschäftigt den Schnee wegzuräumen, bevor man zur Arbeit fahren kann.
Weil die Fahrertür festgefroren ist, muss man auf der Beifahrerseite einsteigen. Dann - endlich unterwegs - schleicht man mit 20 km/h daher, weil keine der Seitenstraßen geräumt ist. Natürlich kommt man zu spät zur Arbeit, obwohl man extra früher losgefahren ist. Stunden später im Büro stellt man fest, dass die schönen neuen Schuhe voller weißer Ränder sind, die durch das Streusalz verursacht wurden.
Nach einem anstrengen Tag gurkt man mit Schrittgeschwindigkeit nach Hause. Die Autotür ist immer noch festgefroren. Zu Hause quält man sich aus dem Wagen. Da es in der Zwischenzeit geschneit hat, wird nochmal Schnee geschaufelt. Mit Schrecken denkt man schon an den nächsten Morgen...

DeStohner hat gesagt…

Schach ist einfach... Man man man... und mal sowas "normales" von dir zu lesen....

grußle

www.DeStohner.blog.de